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Ach, Mama!

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„Ach, Mama!“

Über heilsame Gelassenheit, das Recht auf eigene Gefühle, das Treffen von Entscheidungen und darüber, wie wichtig Zusammensein ist – ein Interview mit Maria Mrugała, Mutter von sieben Kindern und Trageberaterin der Akademia Noszenia Dzieci.

Als ich dir dieses Gespräch vorgeschlagen habe, hast du „Ach, Mama!“ gesagt. Also … wie oft hörst du das an einem Tag?

Ohhh, sehr oft. Ständig. Ich habe es nie gezählt. Du hast mich auf die Idee gebracht, Striche an eine Tafel zu machen, als Statistik. 😊

Bei euch gibt es viel zu zählen. Stellst du uns deine Rasselbande vor?

Vier tolle Söhne im Alter von 12, 8 und 4 Jahren und 14 Monaten. Und drei wunderbare Töchter mit 11, 9 und 6 Jahren.

Hast du schon immer von einer so großen Familie geträumt?

Ich wusste, dass du das fragen würdest 😊. Das höre ich oft. Eine große Familie war immer mein Traum. Und jetzt habe ich sie.

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Es gibt Momente, in denen ich nicht weiß, wohin mit mir, alles satthabe und mich frage, ob Eltern mehrerer Kinder überhaupt so etwas wie ein eigenes Leben haben. Und dann schaue ich dich an und … sehe das genaue Gegenteil: eine ruhige, gepflegte Frau mit einer wirklich engen Beziehung zu ihren Kindern. Erzähl uns, wie kriegst du das alles hin?

Das höre ich auch ständig! Wie schaffst du das mit so vielen Kindern? Das Geheimnis ist: Ich schaffe es nicht! Ich habe in meinem Muttersein eine große Gelassenheit, die mit der Zeit gekommen ist. Und sie ist zu einem echten Segen geworden. Die Entdeckung, dass ich nicht alles kontrollieren muss, war eine wunderbare Erfahrung und hat mich befreit. Diese Freiheit, diese Spontaneität mit dem Chaos im Hintergrund, einem Berg schmutzigen Geschirrs und verstreutem Spielzeug, weil „wir jetzt lesen, einen Film schauen, ein Brettspiel spielen oder einfach nichts tun wollen“, hat viele gute Seiten. Denn die Töpfe laufen nicht aus der Spüle weg, und das Spielzeug kann man zur Seite schieben, damit man sich frei bewegen kann – und Zusammensein ist das, was ich meinen Kindern schenken möchte, auch wenn ich ihnen nicht immer so viel davon geben kann, wie ich gern würde. Wir leben in schwierigen Zeiten, in denen wir uns beim Scrollen durchs Internet, ob wir wollen oder nicht, miteinander vergleichen. Auch ich hatte als junge Mutter oft Schuldgefühle, weil ich Haushalt, Kinder und Abendessen nicht im Griff hatte und keine Zeit für mich selbst. Diese Freiheit, die dann kam, dieses Recht, nicht alles kontrollieren zu müssen, hat mir viel mehr gegeben. Klar möchte ich, dass mein Haus immer sauber ist (vor allem, wenn unerwartet Besuch kommt), aber so funktioniert das nicht.

Diese enge Beziehung zu meinen Kindern, die du erwähnt hast … Ich muss an dieser Stelle sagen, dass sie nicht immer so aussieht, wie wir es gern hätten. Denn obwohl ich mich für einen geduldigen und ruhigen Menschen halte, explodiere ich manchmal heftig wie ein Vulkan, also plötzlich und ohne zu überlegen, was ich sage und tue, und manchmal schäme ich mich dafür. Aber mit Kindern zu leben bedeutet Gefühle. Die ganze Palette an Gefühlen. Und bei uns mit sieben Kindern gibt es noch mehr Gefühle, verschiedene gleichzeitig. Ich gebe mir Mühe, nah zu sein, wenn sie mich brauchen, aber ich kann auch „Nein“ sagen, was nicht gerade Begeisterung auslöst. Ich glaube aber, dass jedes Gefühl wichtig ist und dass Kinder verschiedene „Versionen“ von uns sehen. Und ich finde, das ist echt, menschlicher.

Was glaubst du, was diese Freiheit und das Recht, nicht alles im Griff haben zu müssen, für die Kinder bedeuten? Wir leben in Zeiten, in denen das Hamsterrad schon im Kindergarten beginnt …

Sie zeigen uns, dass wir nur Menschen sind. Dass sich die Töpfe so stapeln, dass nicht einmal mehr ein Löffel Platz hat, es dafür aber Apfelkuchen oder Hefeschnecken gibt. Dass man nicht alles gleichzeitig schaffen kann. Dass wir das Recht haben zu wählen. Das heißt: Wenn sie ihr Zimmer nicht aufräumen wollen, weil sie gerade in ein Computerspiel, ein Buch oder ein Spiel vertieft sind, können sie es später machen. Und das ist für mich in Ordnung. Ich lege keinen großen Wert darauf, dass alles sofort erledigt sein muss. Abgesehen von Situationen, in denen manche Dinge sofort gemacht werden müssen, weil es eben solche Situationen und solches Chaos gibt, dass es nicht anders geht. Aber ich sehe auch, dass es gemeinsam, als Team, leichter und einfacher geht. Das heißt nicht, dass immer alle mitmachen müssen, aber zum Beispiel ein paar von ihnen. Wenn wir etwas gemeinsam machen, zum Beispiel aufräumen oder kochen, geht es viel schneller und einfacher.

Das Hamsterrad beginnt viel früher als im Kindergarten, den meine Kinder übrigens nicht besuchen. Ich mache bei diesem Wettrennen nicht mit und will es auch nicht.

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Das ist eine wertvolle Lektion, denn ich habe den Eindruck, dass wir immer weniger Gelassenheit haben – und die ist nötig. Darf ich fragen, woher die Entscheidung kam, deine Kinder nicht in den Kindergarten zu schicken?

Die Entscheidung kam ganz natürlich. Ich war ja mit den Kindern zu Hause, weil immer gerade ein Baby da war oder eins unterwegs, also musste ich sie nicht in den Kindergarten schicken. Aber ich finde, das ist eine individuelle Sache. Die eine Mutter fühlt sich wohl, wenn mehrere Kinder gleichzeitig zu Hause sind. Die andere möchte die Älteren in den Kindergarten schicken und mit dem Jüngsten zu Hause bleiben. Ich hatte dieses Bedürfnis nicht, aber leicht war es nicht. Und aus heutiger Sicht war das echtes Hardcore. Eins auf dem Rücken, eins vorne und zwei in der Badewanne.

Wenn du mit den Kindern zu Hause bist, musst du ihre Zeit planen, oder beschäftigen sie sich meistens selbst? Was machst du, wenn alle sagen, dass ihnen langweilig ist?

Ohh, manche meiner Kinder kann man „mir-ist-immer-langweilig“ nennen, aber meistens beschäftigen sie sich selbst. Sie können ziemlich gut allein spielen und sind dabei so kreativ, dass sie mich manchmal überraschen. Wenn der „mir-ist-langweilig“-Modus anspringt, gehen wir raus. Wir wohnen praktisch am Wald, da gibt es viel zu tun. Dazu andere Luft, Bäume, Steine, Stöcke – und das reicht. Selbst die, die nicht mitwollten, liegen dann gern im Gras und tun nichts.

In letzter Zeit denke ich ernsthafter darüber nach, die Kinder in eine Einrichtung zu schicken, aber nur, weil ich mich mehr auf das konzentrieren möchte, was ich liebe – meine Arbeit. Aber auch hier habe ich diese Gelassenheit: Wenn der Plan nicht aufgeht, gibt es immer eine andere Möglichkeit.

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Wie findest du Zeit für deine Arbeit?

Trageberaterin zu sein, war immer mein Traumberuf. Ich glaube, dass es keine Zufälle gibt und alles im Leben zur richtigen Zeit passiert. Daran gedacht habe ich schon, als ich mein erstes Baby getragen habe, die Ausbildung habe ich aber erst gemacht, als mein siebtes Kind ein Baby war – mit Erfahrung, die ich an verschiedenen Kindern gesammelt hatte, aber eben an meinen eigenen. Und dazu gehört eine unglaubliche Geschichte: Vor langer Zeit war ich bei meinem ersten Trageworkshop bei Magda (Magda Sendor, Mitgründerin der AND). Und jetzt haben Magda und Marta ihre eigene Schule für Trageberaterinnen – das war ein sehr bewegendes Erlebnis. Eine Tragetuch-Geschichte voller Erinnerungen.

Ich sehe, dass deine Arbeit für dich nicht nur Arbeit ist, sondern auch eine Art Mission. Was möchtest du frischgebackenen Eltern sagen?

Hört auf euch selbst und auf eure Kinder. Liebe lässt sich nicht an der Zahl der Spielsachen und Gadgets messen – sie sind schön und bunt, ersetzen aber keine Eltern. Wichtig sind Nähe und die Zeit, die wir mit den Kindern verbringen. Das zahlt sich in der Zukunft aus, auch wenn man es am Anfang anders sieht. Und Vergleiche tun nicht gut – wer auf andere Eltern schaut, und meist nur auf Ausschnitte aus ihrem Leben, bekommt schnell Schuldgefühle.

Schöne Worte! Vielen Dank für das Gespräch!

https://www.facebook.com/ChustoMania-Maria-Mruga%C5%82a-Doradca-Noszenia-Dzieci-506017026425740/



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